Digitalisierte Materialnachverfolgung für alle Infrastrukturmaterialien
Ausgangslage: Im Zuge einer Hersteller-Rückrufaktion konnten schadhafte Materialien nicht ausfindig gemacht werden. Das EBA forderte eine gesamthafte, digitale Lösung zur Nachverfolgung eines Materiallebenszyklus über sicherheitskritische Materialien.
Problem: Materialalter und -herkunft können nicht lückenlos nachvollzogen werden. Zudem gibt es keine gesamthafte, serialnummernscharfe Übersicht mit allen relevanten Informationen über die verbauten Materialien in der Infrastruktur.
Bedarf: Entwicklung einer technologischen Lösung (Datenbank und Endanwender-App) zur standardisierten Materialnachverfolgung in der Infrastruktur.
Bedürfnisanalyse und Erfassung des Status quo durch Gespräche mit Endanwendern
Erstellung eines betrieblichen Ist-Prozesses nach BPMN-Standard
Integrative Zielbilddefinition mit den identifizierten Fachbereichen und Ableitung des Soll-Prozesses
Anforderungen und IT-Features werden abgeleitet und in Mockups dargestellt
Validierung des Soll-Prozesses sowie der funktionalen Mockups und der Customer Experience
Nach Freigabe: Erstellung fachlicher und technischer User Stories zur Einplanung in IT-Entwicklungssprints
Review: Entwickelte Features werden mit Endanwendern geprüft und freigegeben
Eine im ERP-Standard entwickelte Datenbank zur Materialnachverfolgung sowie zwei Apps für verschiedene Endanwendergruppen (ca. 6.000 Nutzer in der Instandhaltung) mit spezifischem Funktionsumfang
Alle Stakeholder wurden mit ihren Bedürfnissen identifiziert und in den gesamten Entwicklungsprozess eingebunden (Customer Centricity) sowie in HyperCare-Phasen weiter betreut
Durch kurze IT-Entwicklungszyklen konnten Änderungen kurzfristig umgesetzt und in Releases bereitgestellt werden
"Mit einem user-zentrierten Ansatz konnten mithilfe des Beratungsunternehmens die Bedürfnisse aller Stakeholder identifiziert werden und in iterativen IT-Entwicklungszyklen ohne Zeitverluste umgesetzt werden."
Das Vorgehen ist relevant für Infrastrukturbetreiber und Netzbetreiber, die sicherheitskritische Materialien in großem Maßstab verbauen und deren Lebenszyklus lückenlos nachverfolgen müssen – etwa aufgrund regulatorischer Anforderungen oder nach Rückrufaktionen. Der nutzerorientierte Ansatz mit BPMN-Modellierung, Mockups und iterativen Entwicklungszyklen ist dabei auf alle Vorhaben übertragbar, in denen eine ERP-gestützte Lösung erstmalig für die operative Instandhaltung eingeführt wird.