Vorbereitung der Auslagerung des Rechenzentrumsbetriebs an einen Service Provider

Ein Technikzentrum betreibt rund 750 technische Services an fünf Standorten – nicht in eigenem Eigentum. Gesetzliche Anforderungen machen die Konsolidierung in drei neue, kundeneigene Gebäude erforderlich, bestehende Verträge verlangen die Verlagerung bis 2031. Der Rechenzentrumsbetrieb soll an einen Service Provider ausgelagert werden. Wir haben das Zielbild definiert, Verantwortlichkeiten abgegrenzt, Kernprozesse und Rollenmodelle modelliert, ein SLA- und Reporting-Setup aufgebaut und das Preis- und Vergütungssystem entwickelt – bis zur ausschreibungsreifen Leistungsbeschreibung.

Herausforderung

Ausgangslage: Betrieb von rund 750 technischen Services an fünf Standorten unter Verantwortung des Kunden, jedoch nicht in dessen Eigentum.

Problem: Gesetzliche Anforderungen machen die Konsolidierung von Hardware und Services in drei neuen, kundeneigenen Gebäuden erforderlich; bestehende vertragliche Vereinbarungen verlangen die Verlagerung bis 2031.

Bedarf: Die zukünftigen Rechenzentrumsleistungen sollen im Rahmen eines Ausschreibungsverfahrens an einen Service Provider ausgelagert werden. Dafür wird eine belastbare Ausschreibungsgrundlage benötigt – einschließlich Vorgaben zu Governance, Betriebsmodell, SLA-Vereinbarungen sowie Leistungs- und Vergütungsmodell.

Vorgehensweise

1

Klärung der Ausgangssituation, der rechtlichen und vertraglichen Rahmenbedingungen sowie der Outsourcing-Ziele und Ableitung eines Zielbilds als Leitlinie für die Ausschreibung

2

Definition von Verantwortlichkeiten zwischen Kunde und Service Provider, einschließlich klarer Trennung von Build- und Run-Verantwortung als Basis für überprüfbare Anforderungen

3

Modellierung der Kernprozesse (z.B. Incident, Problem etc.) sowie des Rollenmodells mit konsistenter Terminologie und klaren Zuständigkeiten

4

Aufbau eines messbaren SLA- und Reporting-Setups, ergänzt um Anforderungen für Transition-In/Out zur Absicherung des Übergangs

5

Entwicklung des Preis- und Vergütungssystems, einschließlich Preislisten, um vergleichbare Angebote zu ermöglichen und Zusatzrisiken zu minimieren

Ergebnis

Ausschreibungsreife Leistungsbeschreibung mit ca. 190 Seiten als belastbare Grundlage für die Vergabe des künftigen Rechenzentrumsbetriebs inkl. Preisblatt und Vergütungsmodell zur Vergleichbarkeit der Dienstleister

Verantwortlichkeits- und Schnittstellenmodell zur klaren Abgrenzung von Dienstleisterpflichten und kundenseitigen Mitwirkungsleistungen

Betriebsmodell inkl. Build-/Run-Abgrenzung zur Reduzierung von Konflikten an Übergabe- und Betriebsschnittstellen

Transition-In-/Out-Regelungen zur Absicherung des Übergangs, Vermeidung von Lock-in-Effekten und Reduzierung operativer Risiken

Entscheidungsgrundlage für den Vergabeprozess mit offenen Grundsatzentscheidungen, Stakeholder-Abstimmungen und kritischem Pfad

Anwendungsbereiche

Der Ansatz richtet sich an Unternehmen, die IT-Betriebsleistungen erstmalig oder nach einer wesentlichen Veränderung der Anforderungen an einen externen Service Provider auslagern. Relevant ist er insbesondere dann, wenn gesetzliche oder vertragliche Fristen Handlungsdruck erzeugen, die Verantwortlichkeiten zwischen Auftraggeber und Dienstleister noch nicht klar abgegrenzt sind und eine belastbare Ausschreibungsgrundlage fehlt, die vergleichbare Angebote und stabile Betriebsübergänge sicherstellt.

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